Warum dein Körper regelmäßige Bewegung und Anstrengung benötigt – auch, wenn du krank bist

Ich habe vor ein paar Wochen in der Welt am Sonntag einen aufschlussreichen Artikel (“Raus aus der Schonung”, einen abgewandelten Artikel findest du hier) gelesen. Ich war einerseits begeistert von diesem, weil er genau meine Ansichten in Bezug auf Bewegung und Training widerspiegelt. Auf der anderen Seite bin ich zutiefst erschrocken, wie wenig sich die Menschen anscheinend bewegen und die eigene Gesundheit außer Acht lassen. Bewegungswissenschaftler haben herausgefunden, dass sich lediglich nur jede 10. Frau sportlich betätigt und bei den Männern sind es gerade mal 15%.

Unsere Gesundheit ist das höchste Gut, das wir besitzen. Es sollte jedem Einzelnen wichtig sein, auf seine Gesundheit zu achten und was dafür zu tun. (Ganz nebenbei entlasten wir damit auch unser Gesundheitssystem!) Ich stelle mir die Frage, warum die Bequemlichkeit – oder nenne ich sie mal “innerer Schweinehund” – so über den eigenen Gesundheitszustand bestimmt? Ich erlaube niemandem, mir auf der Nase rum zu tanzen, warum lasse ich dann meinen inneren Schweinehund gewähren?!

Wir sitzen uns krank

Unser Körper ist so ausgerichtet, die eigene Gesundheit zu erhalten und auf eigenen Füßen zu stehen, damit er sich agil und mobil bewegen kann. Leider scheint es in der heutigen Zeit eher so zu sein, dass der Körper nicht seiner Evolution entsprechen kann. Er tendiert zur Bequemlichkeit und verbringt ¾ seines Tages mit Sitzen: Der durchschnittliche Tagesablauf hat die Stationen Bett, Auto, Bürostuhl, Auto, Couch, Bett… Es tut sich die Frage auf, ob Sitzen das neue Rauchen ist? 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine körperliche moderate Anstrengung von mindestens 150 Minuten in der Woche. Darunter fallen schon Spaziergänge oder auch das häusliche Staubsaugen. Wenn man das mal runter rechnet, sind das 20 Minuten am Tag. Jede Mutter wird sich jetzt sagen, dass sie dieses Pensum doch locker schafft. Sportmediziner halten diese Empfehlung jedoch für zu gering und raten zu täglich mindestens 30 Minuten moderater Anstrengung und sportlicher Aktivität. Hinzu wird jedoch noch ein zusätzliches Training für die Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit empfohlen.

Was uns Sport und Bewegung gibt

Wenn ich meinen Zeitungsartikel Revue passieren lasse, wird Sport als universale Wirkung und Lösung in Bezug auf die eigene Gesundheit präsentiert, der die Körperfunktion und auch die Organsysteme positiv beeinflußt. Es wurden amerikanische Studien durchgeführt, die belegt haben, dass in einem Zeitraum von 6 Wochen mit einem 3 Mal die Woche durchgeführten Kraft-Ausdauer-Training die Bakterien im Bauchbereich um ein vielfaches aktiver wurden. Das hatte zur Folge, dass dadurch sogenannte Entzündungshemmer produziert werden konnten. Es ist bereits bekannt, dass im Bauchfett über 600 Botenstoffe vorhanden sind, die gefährliche Krankheiten auslösen können. Was für ein Erfolg, den man selbst in der Hand hat um seine Gesundheit zu erhalten.

Durch Sport können wir dem Körper das geben, wofür er “gemacht” wurde, nämlich aktiv zu sein. Studien belegen, wie unzählige Krankheitsverläufe durch effektives Training und Bewegung positiv beeinflusst werden. Ob Herz-, Rücken-, Lungenprobleme, Diabetes, Depressionen, Angst, Migräne oder sogar Multiple Sklerose.

Das sogenannte HIIT Training (High Intensity Intervall Training) aber auch Ausdauer- und Krafttraining bringen Linderung. Durch das Wechselspiel von Belastung und Entlastung wird ein intensiver Reiz gesetzt, der für die Aktivierung des Milchsäurestoffwechsels sorgt. Dadurch entsteht Laktat, welches wiederum die Energiequelle für Gehirn und Nerven sind. Die “Übersäuerung” verbessert die Konzentration und auch das Gedächtnis. Es wird die Bildung von neuen Nervenzellen und Synapsen angeregt und Entzündungen im Gehirn vorgebeugt.

4 Bausteine für volle Leistungsfähigkeit – auch und gerade im Alter

Für den Erhalt der Gesundheit sind folglich mehrere Bausteine wichtig. Es geht um Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Diese 4 Bereiche helfen unserem Körper seine volles Bewegungs- und Leistungsspektrum auszuschöpfen:

1. Ausdauer

Der Baustein Ausdauer ist derjenige, von dem jeder Mensch profitiert. Auch, wenn er nicht joggen, laufen oder sprinten mag; was immer geht ist „gehen“… Mit einem moderaten Ausdauertraining, wie z.B. Laufen, Radfahren oder Schwimmen tut man seinem Körper schon immens was Gutes.

Wirkung:

  • Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
  • Stärkung des Herzmuskels
  • Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • Verbesserung des Blutbildes allgemein
  • Stärkung des Immunsystems
  • Ausstoß von Stresshormonen
  • Milderung bei Depressionen und Angst

Voraussetzung: Wenn man bis dato noch nicht oder lange nicht mehr sportlich aktiv war, sollte man dies mit einem Arzt kurz abklären und sich untersuchen lassen. Das gilt jedoch für alle sportlichen Aktivitäten.

2. Kraft

Die Muskeln dienen als eine Art Schutzmantel für die Gelenke, deshalb ist der Baustein Krafttraining für die Gesundheit so elementar. Mit circa 40 Jahren beginnt der Prozess, dass Muskeln schneller schwinden als einem lieb ist. Aus dem Grunde geht es gerade ab diesem Alter viel mehr um Muskelerhalt und Muskelaufbau. Ob ein Training mit dem eigenen Körpergewicht, mit Zusatzgewichten (Kurzhanteln oder Kettlebells) oder mit Fitnessgeräten absolviert wird, spielt dabei keine Rolle.

Wirkung:

  • Erhalt der Muskelkraft
  • Steigerung der Muskelkraft
  • Erhalt der Knochendichte
  • Schutz der Gelenke und Bänder
  • Verbesserte Körperhaltung

3. Beweglichkeit

Aufgrund der eingeschränkten Bewegung in unserem Alltag verliert der Körper die Fähigkeit, sein komplettes Bewegungsspektrum zu nutzen. Bewegungsmuster, die nicht mehr ausgeführt werden, verkümmern. Ein Beweglichkeitstraining, wie z.B. beim Yoga, Faszientraining, Gymnastik oder auch Mobility Training verhelfen dem Körper wieder seine zur Verfügung stehende Bewegungs-Range zu nutzen, um auch mobil zu bleiben.

Wirkung:

  • Verbesserung von Fehlhaltungen
  • Verbesserung von Haltungsproblemen
  • Vorbeugen von Verspannungen
  • Mobilität und Beweglichkeit der Gelenke

4. Koordination

Das Gleichgewicht und die Koordination wird bei einem Training gerne außer Acht gelassen. Dabei ist es gerade im fortgeschrittenen Alter ein sehr wichtiges Thema. Es geht unter anderem um das Trainieren von Reflexen, Rechts-Links-Koordination aber auch die Balance im wahrsten Sinne des Wortes zu halten. Das kann man z.B. mit Hilfe von instabilen Unterlagen oder auch mit Balancieren erreichen.

Wirkung:

  • Stärkung der motorischen Fähigkeiten
  • Beherrschung der eigenen Körperkontrolle
  • Sicherheit in der Bewegung

Mit Bewegung, Sport und Training kann man seine eigenen Gesundheit positiv beeinflussen. Die vier Bausteine haben einen erheblichen Anteil daran, wie die Gesundheit um ein Vielfaches verbessert werden kann. Wer z.B. sein Herz stärken möchte, für den ist die Anstrengung notwendig, damit eine Belastung entsteht. Durch diese Belastung wird der Herzmuskel kräftiger und eine verbesserte Blutversorgung kann stattfinden. Der Ruhepuls sinkt und der Herz-Kreislauf arbeitet ökonomisch. Auf den Punkt gesagt lässt sich feststellen, dass – wer sich sportlich belastet – die Körpersysteme im Alltag besser funktionieren. Das Immunsystem wird definitiv gestärkt und die Krankheitsquote sinkt. Persönlich merkt man die Verbesserung schon, wenn man statt des Fahrstuhls dann doch mal die Treppen nimmt und merkt, dass man nicht so sehr außer Atem ist.

Raus aus der Komfortzone!

In Bezug auf das Training ist zu sagen, dass das Training selbstverständlich am effektivsten ist, wenn man – egal bei welcher sportlichen Aktivität – an sein persönliches Limit geht!  Es ist zwar schön, wenn man sich aktiv bewegt und anwesend ist. Leider bringt es wenig und ist praktisch auch Zeitverschwendung, wenn man sich innerhalb seiner Komfortzone bewegt. Persönlich habe ich zu häufig die Erfahrung gemacht, dass, wenn das Gehirn die erste “Erschöpfungsmeldung” bekommt, noch mindestens 8 bis 12 Wiederholungen zu schaffen sind! Selbstverständlich kann man nach der ersten Meldung aufhören, jedoch bleibt man innerhalb seiner Komfortzone und die Chance neuer Trainingsreize vergeben. Schafft man tatsächlich noch die Wiederholungen, hat man den Schritt aus der Zone heraus gewagt und der Körper passt sich dem neuen Reiz an. Für mich ist das immer der Punkt, wo die Magie passiert, denn es verändert den Körper, die Leistung und somit das Leben!

Um körperlich und auch geistig fit zu sein, gibt es nichts Einfacheres und Gesünderes als Training. Man fühlt sich kraft- und energievoller, seinen persönlichen Herausforderungen entgegen zu treten. Die Konzentrationsfähigkeit steigt, man kann besser schlafen und fühlt sich insgesamt wohler und glücklicher. Aber nicht nur das: Training bietet einem einen gewissen Abstand vom Alltag zu bekommen. Oft ist man in seinem Alltag gefangen und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Durch das Training bekommt man nicht nur eine Pause vom Alltag, vielmehr gewinnt man durch den kurzen Abstand eine neue Sicht der Dinge. Das Training verleiht Kraft und Energie, sodass die Chance gegeben ist, Situationen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und kluge Entscheidungen treffen kann.

Training macht …

  • dich wach und kreativ! Durch das ausgeschüttete Hormon ACTH macht dich nach dem Training frisch und lässt dich konzentriert an die nächsten Aufgaben gehen.
  • dich glücklich! Durch die physische Anstrengung des Trainings produziert der Körper Endorphine. Aus diesem Grunde fühlt man sich nach dem Training gut, ausgeglichen und voller Energie.
  • dich entspannt! Kortisol und Adrenalin lassen den Stresspegel beim Training ansteigen. Sie sorgen aber auch dafür, dass du dich nach dem Training umso mehr entspannst.
  • deinen Schlaf erholsam! Das Hormon Testosteron sorgt dafür, dass die Muskeln wachsen und dass du erholsam schläfst. Sich Ruhe im Anschluss zu gönnen, lohnt sich.
  • dich schlank! Mit gezielten Übungen aus dem Kraft-Ausdauerbereich reichen sogar schon 20 Minuten Training aus, um fit zu werden. Wenn man das zweimal die Woche konsequent durchführt, wird man schnell positive Veränderungen feststellen.

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