Bist du gestresst? Das sind die 7 Anzeichen und was du dagegen tun kannst

Uns Müttern begegnet immer wieder das Thema Stress. De Kurzweiligkeit und die Schnelligkeit zieht sich wie ein Grundrauschen durch den Alltag von uns Mamis. Viele Mütter leben in ihrem Anspruch nach Perfektion, Job, Familie und Alltag unter einen Hut zu bekommen. Viele leisten den Spagat, alles unter einen Hut zu bekommen um sich nicht anhören zu müssen: ”Wenn du nicht alles unter einen Hut bekommst, nimm doch einfach einen Sombrero!” Wirklich lösen tut es das Problem damit auch nicht und motiviert schon gar nicht.

Stress ist heute in aller Munde und wer ihn nicht hat, wird in der Gesellschaft schon schief angeschaut. Für diejenigen die ihn haben, gehört er schon als Status dazu. Es steht für

  • Leistung,
  • Perfektion,
  • Erfolg und
  • Anerkennung.

Aber ob das für uns Mamis so richtig ist? Zudem ist Stress für uns Mamis nicht nur Gift, sondern wirft uns, sofern eine Gewichtsreduktion im Fokus steht, einfach Meilen zurück.

Unser Mami-Alltag und unser eigener Anspruch

Aber es ist ja auch nicht verwunderlich, wenn man sich einmal bewusst vor Augen führt, wie unser Alltag aussieht. Im Prinzip sind wir der gehetzte Hase, der mit dem Zeitteufel im Nacken von A nach B eilt, die Aufgaben in Perfektion erledigt, dann von B zu C fährt, um dann wieder bei A am Abend erschöpft auf dem Sofa einzusacken. Wir sollen stets ein Lächeln im Gesicht haben, top gestylt und mit einer vorbildlich durchtrainierten Figur auftreten, die keine Spur von Schwangerschaft aufzeigt, alle Zügel organisiert und routiniert führen, die gute Küchenfee sein und überhaupt 1.000 Rollen mit Bravour meistern ohne die Fröhlichkeit dabei zu verlieren. Ach ja, und dabei spreche ich nur von den Aufgaben daheim. Die vom Arbeitsalltag kommen schließlich auch noch dazu. Puh, wenn man sich das mal vor Augen führt, ist das schon eine tägliche Hausnummer, der man langfristig auch gewachsen sein muss. Das man da mal einknickt und erschöpft ist, ist für jeden nachvollziehbar. Ich vergleiche uns Mamis mit echten Hochleistungssportlern, die jedoch ohne Pause 100% Gas geben, um den persönlichen Alltag zu meistern. Das erfordert viel Energie und jede hat dabei das Recht sich zu erlauben, die Pausetaste zu drücken.

Was passiert mit bei Stress mit unserem Körper?

Wenn der Körper den Stress spürt, wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Sobald dieser Prozess stattfindet, wird dem Gehirn die Nachricht übermittelt, mehr Nahrung (und im meisten Fall ist das die berühmte “Nervennahrung”!) aufzunehmen. Leider bleibt es nicht bei einem Stück Schokolade oder 5 Gummibärchen. Das Gehirn fordert mehr, weil es durch die Zuckerbefriedigung das Gefühl hat, mit dem Stress besser umgehen zu können. Zudem möchte es sich auch auf die nächste Stresssituation vorbereiten und “fit” sein. Das Problem was damit einhergeht ist, dass diese gesamte Zufuhr an Kalorien vom Körper gar nicht verarbeitet werden kann. Ergebnis: Wenn die Kalorienzufuhr größer ist als das, was wir verbrennen, nehmen wir automatisch zu. Eigentlich ganz logisch. Das Fiese daran: dies passiert nicht von jetzt auf gleich, sondern es ist ein schleichender Prozess. Es ist dann aber doch überraschend und erschreckend präsent, wenn der Fall dann eintritt. Da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.

Ist Zucker die Problemlösung?

Wenn wir die Stresssituation mal aus einer übergeordneten Perspektive betrachten, löst die Nervennahrung ja auch nicht die Problematik. Ich pflege immer zu sagen, dass meine Hüften nichts für meine augenblickliche Situation können und eine Tafel Schokolade jetzt auch das Geschehene nicht rückgängig machen lässt. Also, lieber die Sportschuhe anziehen und eine Runde drehen, um den Kopf wieder frei zu bekommen, als sich die Kalorien unbewusst und unkontrolliert auf die Hüften zu setzen.

Zwischenfazit

Es lässt sich also Folgendes in Kurzfassung feststellen: je mehr Stress, desto mehr Cortisol und desto mehr GewichtszunahmeDas Hormon Cortisol versetzt den Körper in einen “Kriegszustand”. Er ist in ständiger Alarmbereitschaft, um im Notfall dann auf die schnelle Energie zugreifen zu können. Alles, was wir an Kalorien zuführen wird daher “gebunkert”, in Fett umgewandelt und erst recht nicht wieder losgelassen. Hartnäckig bleibt dieses Fett als Hüftgold sitzen.

Was sind Anzeichen für Stress?

Der Körper an sich ist ein in sich schlüssiges System. Es gibt keine “one-size-fits-all” Lösung. Aber es gibt Anzeichen, die Aufschluss geben in einer sogenannten Stress-Cortisol-Falle zu stecken. Diese habe ich hier einmal kurz angerissen. Das heißt nicht, dass diese Anzeichen sofort ein sicheres Indiz dafür sind, sollte aber in die Überlegung deiner Ursachenforschung einbezogen werden.

1. Rücken- und Kopfschmerzen

Stress über einen längeren Zeitraum wirkt sich belastend auf die Nebennieren aus. Das hat zur Folge, dass sich das Prolactinlevel erhöht, was die Schmerzempfindlichkeit im Körper ansteigen lässt. Kleinste Reize können dann aufgrund der Wahrnehmung als Schmerz empfunden werden, dass es dann z.B. zu Rückenschmerzen kommen kann.

2. Lustlosigkeit bei Zweisamkeit

Eine zu hohe Ausschüttung von Cortisol wirkt sich wie eine Anti-Lust-im-Bett-Tablette aus. Die Libido ist wie in einem “Dornröschenschlaf”, weil das Cortisol das dafür notwendige Hormon Testosteron reduziert.

3. Schlafprobleme / Müdigkeit

Der Körper ist so gepolt, dass er sich während der Nachtruhe regenerieren und erholen soll. Diverse Stoffwechselprozesse werden in dieser Zeit im Körper aktiviert, so dass wir uns am nächsten Morgen frisch und munter in den Tag begeben können. Dafür sinkt der Cortisolpegel, der die Regeneration und Erholung des Körpers ermöglicht. Ist jedoch zu viel Cortisol im Blut, sind ein nicht erholter Schlaf, Schlafprobleme bzw. Schlaflosigkeit oftmals die Folge. Am nächsten Morgen fühlt man sich dann wie gerädert und hofft, irgendwie den Tag zu überstehen.

4. Verdauungsprobleme

Sofern sich der Körper gestresst fühlt, kann er mit Verdauungsproblemen reagieren. Der Magen-Darm-Trakt ist ein sensibler Bereich, wo einem der Stress buchstäblich auf den Magen schlagen kann. Übelkeit, Sodbrennen, Bauchkrämpfe, Durchfall oder sogar Verstopfung können sich auf Stress zurückführen lassen.

5. Gewichtszunahme

Andersherum kann es aber auch sein, dass man trotz Training und gesunder Ernährung an Gewicht zunimmt. Besonders am Bauch! Verschiedene Studien belegen, dass bei lang andauerndem Stress der Stoffwechsel so beeinflusst wird, dass die Zunahme des Bauchfettgewebes begünstigt wird. Das ist natürlich sehr unschön! Der Körper bunkert und legt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein dickes Fell zu, damit er die Situation möglichst unbeschadet übersteht. Der Schlüssel scheint das Neuropeptid Y (NPY) zu sein. Dieser Neurotransmitter wird verstärkt im Bauchfett ausgeschüttet, wenn bei Anspannung reichlich Fettes und Zuckerhaltiges gegessen wird. Im Gehirn bewirkt NPY fatalerweise eine Stimulation der Nahrungsaufnahme, im Fettgewebe eine Zunahme von Fettzellenanzahl. Ein dicker Bauch ist daher auch sehr ungesund. Denn das Hormon Cortisol erhöht dort die NPY-Konzentration und die Fettgewebsneubildung. Die Folge: Entzündungszellen wandern ein, die Wirkung von Insulin nimmt ab, der Blutdruck steigt, und der Abbau des Körperfetts wird erschwert. Ebenfalls werden die im Bauch enthaltenen über 600 Botenstoffe aktiviert, die Krankheiten auslösen können.

6. Kranksein

Früher war ich bei jeder (!) Erkältungswelle mit von der Partie. Alle drei Monate konnte ich mich beim HNO-Arzt vorstellen, der mir wieder für 7 Tage Antibiotikum verschrieben hat. Glücklich war ich damit ganz und gar nicht, aber nichts anderes half! Durch den erhöhten Wert des Cortisols wurde mein Selbstheilungsprozess blockiert. Mein Immunsystem war so geschwächt und so kaputt, dass ich jedem kleinsten Virus schon unterlegen war.

7. Emotionen

Serotonin ist ein Hormon, das auch unter dem Namen Glücklichkeits- oder Sonnenscheinhormon bekannt ist. Cortisol kann die Produktion dieses Hormons so hemmen, dass wir dann im wahrsten Sinne des Wortes schwarz sehen und uns lieber die Decke über den Kopf ziehen möchten, als das Leben zu genießen. Cortisol kann aber auch nervös und angespannt machen, was  – wie oben schon geschrieben – auf den Magen schlagen kann.

Hast du Stress?

Auf dem ersten Blick hört sich das alles ganz schön dramatisch an. Und manch eine wird einen Schreck bekommen, weil sie jetzt all diese Anzeichen bei sich spürt. Wenn diese Empfindung gerade bei dir auftritt, bitte erstmal ganz tief in die Füße atmen. Wir Mamis haben einen sportlichen Tag, in dem Stress keine Seltenheit ist. Daher tun wir gut daran, sofern Anzeichen erkannt werden, einfach mal die Pausetaste zu drücken. Aber wie soll man die Taste betätigen und vor allem, was kann man tun?

Tipp 1: 90% reichen auch

Verabschiede dich von Perfektionismus, Effizienzwahn und vor allem von dem Gedanken, in jeder Hinsicht 110% geben zu müssen. Das ist leichter gesagt als getan, wie ich selber davon ein Lied singen kann. Aber versuche es jeden Tag ein bisschen mehr und jeden Tag ein bisschen besser, und dann kannst du die Kurve bekommen. Gewohnheiten sind wie Muskeln: Sie müssen regelmäßig trainiert werden, dann siehst du auch die Erfolge!

Tipp 2: Plane feste Zeiten für dich ein

Versuche dir Zeitfenster zu schaffen, in denen du kopfmäßig runter kommst. Mir hilft z.B. der Sport. Hier komme ich für eine halbe Stunde aus meinem Alltagstrudel raus und konzentriere mich nur auf mich und mein Training. Auf diesem Weg verlasse ich meine Situation, die mir durch das Training eine gedankliche Pause schenkt. Im Anschluss bin ich durch den Situationswechsel gelassener und mit frischen Gedanken bei der Sache.

Tipp 3: Schaffe eine gesunde Basis mit deiner Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft, sich mit wichtigen Nährstoffen zu “pimpen”. Nüsse zum Beispiel dienen als perfekter Snack zwischendurch.

Tipp 4: Lass mal Fünfe grade sein

Rückzug und Auszeiten sind ein menschliches Bedürfnis, also lerne wieder, auch mal faul zu sein. Wenn andere versuchen, dich wieder in das Hamsterrad zurückzuholen, bleib dir treu! Nur weil du am Samstagabend mal auf dem Balkon dösen möchtest, wird die Welt sich trotzdem weiterdrehen – nur eben etwas entspannter. Dein Cortisol-Spiegel wird es dir danken – und leichter abnehmen wirst du so auch!

Tipp 5: Esse regelmäßig – und zwar das Richtige, bitte

Gehirn und Körper brauchen konstant Energie. Plane am Arbeitsplatz mindestens ein bis zwei feste Mahlzeiten ein. Optimal: ein Mittagessen, reich an komplexen Kohlenhydraten und Eiweiß (etwa viel Gemüse mit Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Reis oder Pasta) und ein leichter Snack (Joghurt, Quark oder Rohkost).

Mein Fazit

Wir Mamis sollten uns immer wieder vor Augen führen, dass wir ein straffes Tagesprogramm haben, welches wir zu 100% Leidenschaft auch schaffen wollen. Ich beschreibe es gerne als konstantes Grundrauschen in meinem Leben. Aber wenn wir Mamis keinen Ausgleich zu diesem Grundrauschen haben, können wir diese Aufgaben auf kurz oder lang nicht mehr so ausführen, wie wir den Anspruch an uns haben. Auszeiten und Pausen sind wichtig – wie beim Training auch – um wieder Kraft und Energie zu sammeln und den Körper für die kommenden Aufgaben zu rüsten. Ein Auto fährt auch nicht, wenn kein Sprit drin ist und der Motor geht auch noch kaputt, wenn wir den falschen Kraftstoff tanken. So ist es mit unserem Körper auch!

Gönne dir die Zeit für dich und drücke ganz bewusst die Pausetaste. So “braust” du – bildlich gesprochen – auch langfristig mit Vollspeed auf der Autobahn. Du wirst sehen, wie gut du dich fühlst und Energie für weitere Herausforderungen hast. Die Küche, die Wäsche und der leere Kühlschrank laufen nicht weg! Diese Aufgaben warten geduldig, bis sie abgearbeitet werden. Du und deine Gesundheit sind um ein Vielfaches wichtiger!

Achte auf dich & seistolzaufdich